Wird die Elementarschadenversicherung zur Pflicht?
In Zeiten des Klimawandels wird uns immer mehr bewusst, wie verwundbar unser Hab und Gut durch unwetterartige Witterungsereignisse sind.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Debatte um einen Pflichtversicherungsschutz gegen Elementargefahren in Gang gesetzt wurde.
Durch die Klimaveränderungen wird das Wetter immer unberechenbarer, das haben spätestens die Unwetterereignisse des vergangenen Sommers gezeigt und infolge dessen offensichtlich auch das Risikobewusstsein für die Folgen des Klimawandels hierzulande noch einmal geschärft:
Laut dem „Axa Future Risk Report“ von September 2021 schätzen mittlerweile zwei Drittel der deutschen Versicherer-Experten den Klimawandel als das bedeutendste Risiko der Zukunft ein. Auch über die Hälfte der Deutschen ohne Expertenwissen sehen den Klimawandel als größte Gefahr.
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Schadensbilanz von Unwettertief Bernd
In den von den Starkregen-Unwettern betroffenen Regionen schätzt der Bund die Schäden an Immobilien und Infrastruktur auf eine Summe von 29 Mrd. Euro. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) summiert die versicherten Schäden durch Sturmtief „Bernd” bislang auf ca.8,2 Mrd. Euro. Davon rund 7,7 Mrd. Euro auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe sowie rund 450 Mio. Euro auf Kraftfahrzeuge. Aktuell gehen die Versicherer von rund 250.000 Schadenfällen aus – rund 200.000 an Häusern, Hausrat und Betrieben und bis zu 50.000 an Kraftfahrzeugen. Unwettertief Bernd nimmt damit die traurige Spitzenposition als schadenträchtigstes Unwetterereignis Deutschlands in der jüngeren Geschichte ein.
Weniger als die Hälfte der Immobilien mit Elementargefahrenschutz
Nur knapp die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sind gegen Elementarschäden versichert. (GDV – Stand Ende April 2021). Damit verfügt nicht einmal die Hälfte aller Gebäude in Deutschland über eine zusätzliche Elementarabsicherung, sodass gegenwärtig erneut Forderungen nach einer Pflichtversicherung aufkommen. Jedoch nicht alle werden sie ohne Weiteres bekommen, heißt es beim Bund der Versicherten (BdV). Den Versicherern ist das Risiko nämlich in bestimmten Fällen zu hoch. Deshalb wird der Schutz häufig nur zu (sehr) hohen Prämien und/oder einer hohen Selbstbeteiligung im Schadenfall angeboten. Außerdem ist eine Police nur sehr schwer zu bekommen, wenn das Gebäude bereits einmal von einem Elementarschaden betroffen war oder einer (sehr) hohen Gefährdungsklasse (ZÜRS Geo-Zone) zuzuordnen ist.
Anhand von 3 Gefährdungsklassen hat der GDV das Risiko von Immobilien, durch Starkregen Beschädigungen zu erleiden ermittelt. Demnach liegen hierzulande rund 2,6 Millionen Immobilien in einer Talsenke oder in der Nähe eines Bachs und weisen damit hohe Gefährdung durch Starkregen auf. Weitere 22,1 Millionen Adressen liegen in der Ebene oder im unteren/mittleren Bereich eines Hangs und sind immerhin noch einer mittleren Gefährdung von Schäden durch Starkregenereignisse ausgesetzt.
Wird die Elementarschadenversicherung zur Pflicht?
Bund und Länder haben angesichts der gravierenden Schadenausmaße Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe beschlossen. Darüber hinaus ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Die Allgemeinheit soll somit für die entstandenen Unwetterschäden aufkommen? Ist das gerecht? Wenn der Staat im Notfall einspringt könnte somit bei Eigentümern der Eindruck entstehen, sie müssten sich selbst nicht um Versicherungsschutz kümmern?
Die Justizminister der Länder haben bereits bei ihrer Herbstkonferenz 2021 den Weg für eine Arbeitsgruppe „Pflichtversicherung für Elementarschäden“ freigemacht, die unter Führung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine solche Pflicht für Hausbesitzer prüfen soll. Erste Ergebnisse sollen in diesem Frühjahr vorgestellt werden. Allerdings stellt eine Pflichtversicherung stets einen Eingriff in die individuelle Entscheidungsfreiheit dar. Es bleibt also spannend.
Quelle: https://www.asscompact.de
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Debatte um einen Pflichtversicherungsschutz gegen Elementargefahren in Gang gesetzt wurde.
Durch die Klimaveränderungen wird das Wetter immer unberechenbarer, das haben spätestens die Unwetterereignisse des vergangenen Sommers gezeigt und infolge dessen offensichtlich auch das Risikobewusstsein für die Folgen des Klimawandels hierzulande noch einmal geschärft:
Laut dem „Axa Future Risk Report“ von September 2021 schätzen mittlerweile zwei Drittel der deutschen Versicherer-Experten den Klimawandel als das bedeutendste Risiko der Zukunft ein. Auch über die Hälfte der Deutschen ohne Expertenwissen sehen den Klimawandel als größte Gefahr.
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Schadensbilanz von Unwettertief Bernd
In den von den Starkregen-Unwettern betroffenen Regionen schätzt der Bund die Schäden an Immobilien und Infrastruktur auf eine Summe von 29 Mrd. Euro. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) summiert die versicherten Schäden durch Sturmtief „Bernd” bislang auf ca.8,2 Mrd. Euro. Davon rund 7,7 Mrd. Euro auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe sowie rund 450 Mio. Euro auf Kraftfahrzeuge. Aktuell gehen die Versicherer von rund 250.000 Schadenfällen aus – rund 200.000 an Häusern, Hausrat und Betrieben und bis zu 50.000 an Kraftfahrzeugen. Unwettertief Bernd nimmt damit die traurige Spitzenposition als schadenträchtigstes Unwetterereignis Deutschlands in der jüngeren Geschichte ein.
Weniger als die Hälfte der Immobilien mit Elementargefahrenschutz
Nur knapp die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sind gegen Elementarschäden versichert. (GDV – Stand Ende April 2021). Damit verfügt nicht einmal die Hälfte aller Gebäude in Deutschland über eine zusätzliche Elementarabsicherung, sodass gegenwärtig erneut Forderungen nach einer Pflichtversicherung aufkommen. Jedoch nicht alle werden sie ohne Weiteres bekommen, heißt es beim Bund der Versicherten (BdV). Den Versicherern ist das Risiko nämlich in bestimmten Fällen zu hoch. Deshalb wird der Schutz häufig nur zu (sehr) hohen Prämien und/oder einer hohen Selbstbeteiligung im Schadenfall angeboten. Außerdem ist eine Police nur sehr schwer zu bekommen, wenn das Gebäude bereits einmal von einem Elementarschaden betroffen war oder einer (sehr) hohen Gefährdungsklasse (ZÜRS Geo-Zone) zuzuordnen ist.
Anhand von 3 Gefährdungsklassen hat der GDV das Risiko von Immobilien, durch Starkregen Beschädigungen zu erleiden ermittelt. Demnach liegen hierzulande rund 2,6 Millionen Immobilien in einer Talsenke oder in der Nähe eines Bachs und weisen damit hohe Gefährdung durch Starkregen auf. Weitere 22,1 Millionen Adressen liegen in der Ebene oder im unteren/mittleren Bereich eines Hangs und sind immerhin noch einer mittleren Gefährdung von Schäden durch Starkregenereignisse ausgesetzt.
Wird die Elementarschadenversicherung zur Pflicht?
Bund und Länder haben angesichts der gravierenden Schadenausmaße Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe beschlossen. Darüber hinaus ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Die Allgemeinheit soll somit für die entstandenen Unwetterschäden aufkommen? Ist das gerecht? Wenn der Staat im Notfall einspringt könnte somit bei Eigentümern der Eindruck entstehen, sie müssten sich selbst nicht um Versicherungsschutz kümmern?
Die Justizminister der Länder haben bereits bei ihrer Herbstkonferenz 2021 den Weg für eine Arbeitsgruppe „Pflichtversicherung für Elementarschäden“ freigemacht, die unter Führung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine solche Pflicht für Hausbesitzer prüfen soll. Erste Ergebnisse sollen in diesem Frühjahr vorgestellt werden. Allerdings stellt eine Pflichtversicherung stets einen Eingriff in die individuelle Entscheidungsfreiheit dar. Es bleibt also spannend.
Quelle: https://www.asscompact.de
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